Klosterkirche Auhausen

Die fränkisch-schwäbische Region und der angrenzende Hahnenkamm ist ein besonderer Flecken Erde, nicht zuletzt wegen seiner Sakralbauten. Auch in diesem Gebiet sind die Klöster und Kirchen in ihrer Geschichte, ihrer Organisation und ihrer Ausstattung ein Spiegelbild der territorialen Machtverhältnisse. Auf engstem Raum berühren sich hier die Interessenssphären verschiedener weltlicher und geistlicher Herrschaften. So prägen der Bischof und das Domkapitel von Eichstätt, mancher Ortsadel, Ritterschaften und Ministeriale, die Grafengeschlechter von Truhendingen, von Oettingen-Spielberg und von Pappenheim, der Deutsche Orden und die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach den Kirchenbau und die künstlerische Ausstattung. Nach der Reformation bestimmt das Bekenntnis des Landesherrn die Zugehörigkeit seiner Untertanen zur römisch-katholischen oder zur evangelisch-lutherischen Konfession, was dem Kirchenbau neue Impulse gibt. Dies bewirkt eine Fülle und Vielfalt an kirchlicher Kunst auf engem Raum, wie sie nur selten anzutreffen ist.

Auf halben Wege vom Hahnenkamm zum Hesselberg trifft man in Auhausen an der Wörnitz auf die ehemalige Benediktiner-Klosterkirche "St. Maria und St. Godehard". Das Kloster gründeten die Herren von Auhausen im frühen 12. Jahrhundert. Die Kirche von 1120 wurde - ebenso wie die Klosterkirche in Heidenheim - unter dem Einfluß der Hirsauer Reform als Pfeilerbasilika mit Vorhalle errichtet, allerdings ohne Querhaus; darin folgt sie der Tradition der "alpenländischen Basilika". Die beiden östlichen, tonnengewölbten Joche des Mittelschiffes bildeten den Hauptchor, die jeweils drei östlichen, kreuzgratgewölbten Joche der beiden Seitenschiffe die Nebenchöre. Die durch Bogenöffnungen verbundenen Chorteile schlossen in drei Apsiden. Anstelle der Hauptapsis ließ der letzte Abt Georg, nur kurze Zeit bevor das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst wurde, 1519 einen mächtigen gotischen Chor mit Sternrippengewölbe errichten. Bereits zuvor, 1513, hatte der Nördlinger Maler Hans Schäufelin den Hochaltar, das kostbarste Stück der Kirche, vollendet. Dessen theologisches Bildprogramm stellt die Verherrlichung des Lammes Gottes und die Krönung Mariens inmitten der himmlischen Heerscharen dar. Während das 1519 von Melchior SChabert gearbeitete Chorgestühl noch ganz in der Tradition der Gotik steht, schuf Loy Hering 1521 das Sakramentshäuschen und das Gedächtnismal für Abt Georg bereits in reinen Renaissanceformen. Vor dem Hintergrund ornamentaler und figürlicher Wand- und Deckenmalereien ergänzen eine Reihe von Grabmälern und das Bruchstück eines riesigen Christophorus in Ton aus der Mitte des 15. Jahrhunderts die qualitätvolle Ausstattung.